1.1 Karenzvertretung
Als ich gegen Jahresende 1996 einen meiner letzten Besuche im Staatsarchiv für Belange der Dissertation unternahm, fragte mich bei dieser Gelegenheit Hofrat Dr. Christoph Tepperberg, heute selbst Direktor des Kriegsarchivs, damals Referent der Bestandsgruppe Personalevidenzen, ob ich mich für eine demnächst heranstehende Karenzvertretung bewerben wolle. Ich sagte dem zu, reichte eine entsprechende Bewerbung ein und wurde in der Folge auch tatsächlich als Karenzvertretung aufgenommen, und zwar von 12. August 1997 bis Ende November 1998. Zunächst war zwar von einem Dienstbeginn spätestens im Mai 1997 die Rede gewesen, doch war mir die schließlich eintretende Verzögerung nicht unrecht, da ich bis in den März 1997 hinein mit der Niederschrift der Dissertation beschäftigt war und danach erst in konzentrierter Weise für das Rigorosum im Juni lernen konnte, so dass sich meine Promotion zum Dr. phil. im Juli 1997 gerade rechtzeitig vor dem Dienstantritt im Staatsarchiv ausging.
Als Karenzvertretung in der Abteilung Kriegsarchiv des Österreichischen Staatsarchivs war ich hauptsächlich mit genealogisch-militärbiographischen Recherchen aus dem Zeitraum 1740-1918 sowie mit der Beantwortung einschlägiger schriftlicher Anfragen befasst, daneben führte ich Ordnungsarbeiten an einzelnen Beständen wie etwa dem Militärgerichtsarchiv des Ersten Weltkrieges durch und verrichtete in Abständen wie alle Bediensteten auch den laufenden Benützerdienst im zentralen Forschersaal des Staatsarchivs.
Spätestens seit Anfang 1998 war bereits überall im Haus bekannt, dass drei Akademiker anderer Abteilungen als Voraussetzung für die Übernahme in ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis (bzw. für die Bestätigung als Abteilungsleiter) ab Oktober 1998 den Kurs am IÖG zu absolvieren hatten. Diese Kandidaten waren der Direktor der Abteilung Allgemeines Verwaltungsarchiv, Dr. Gerald Theimer, dann Dr. Roman-Hans Gröger (ebenfalls Allgemeines Verwaltungsarchiv) sowie Dr. Herbert Hutterer (Finanz- und Hofkammerarchiv). Da ich selbst von den Kollegen im Kriegsarchiv, vor allem von Hofrat Tepperberg, inzwischen schon einiges über das IÖG erfahren hatte, ließ ich mich dazu anregen, zusammen mit Dr. Theimer und den beiden anderen Archivaren ebenfalls diesen Kurs zu besuchen.