2.1 Die beiden Lernfächer
Verfassungsgeschichte des Feudalzeitalters (Werner Maleczek)

Diese Vorlesung stellte einen der beiden großen Lernaufwandsbrocken in der Aufnahmsprüfung dar, bei dem dann (wie auch in der Österreichischen Geschichte) zwei von drei möglichen Fragen auf jeden Fall zu können waren. Wenn man über die (nicht immer unterdrückte) elitäre Grundhaltung des Vortragenden, der persönlich zur Not auch ohne Nationalratswahlen mit exakter Zählung der Stimmen aller Wahlberechtigten auskommen könnte (einmal verglich er sich in dieser Hinsicht interessanterweise mit Goethe), auch geteilter Meinung sein kann, so muss jedoch der Gerechtigkeit halber festgehalten werden, dass Maleczek in fachlicher Hinsicht bei jeder Gelegenheit eine saubere und geradezu abgezirkelte Performance ablieferte.
Der Stoff gliederte sich in die sieben Großkapitel „Begriffe und Forschungsgeschichte“, „Der Adel“, „Das Königtum“, „Das Kaisertum“, „Herrschaftszeichen und Staatssymbolik“, „Land, Landesherrschaft, Territorialstaat“, „Die Stadt“. Wer in Maleczeks Vorlesung halbwegs genau mitschrieb und das Ganze dann vielleicht noch zu Hause mit dem Computer umsetzte, der hatte ein fix und fertiges Skriptum in der Hand, das bei der Aufnahmsprüfung auch auf Absatz, Punkt und Komma genau so geprüft wurde. Hier war zweifellos sehr viel zu lernen, aber wer ausgerechnet in diesem Fach durchfiel, der dürfte zumeist selber schuld gewesen sein.
Österreichische Geschichte (Wolfgang Häusler)
Diese Veranstaltung habe ich selbst nach dem „erschöpfenden“ ersten Semester nicht mehr besucht, und was im Kurs ohnehin schon lange erzählt erzählt worden war, stellte sich bei der Aufnahmsprüfung dann auch genau so heraus: Häusler, der zumeist in Hauspantoffeln und stets in ungebügelten Hemden auftrat, prüfte nicht den Stoff seiner im großen Hörsaal 41 zumeist im Horizontalgang irgendwie vor sich hin gemurmelten Vorlesung, sondern die „Geschichte Österreichs“ von Erich Zöllner. Dazu kursierte auch vom Vorkurs eine lange Liste von häuslertypischen Prüfungsfragen, und wer sich die ausführlichen Antworten darauf aus dem „Zöllner“ exzerpiert und gründlich memoriert hatte, der hatte spielbare Karten auf der Hand. Solche Fragen konnten etwa sein: „Der Donauraum im 4. Jahrhundert“, „Das Großmährische Reich“, „Friedrich der Streitbare, Kaiser Friedrich II. und Wien“, „Die Habsburger und die Schweiz“, „Albrecht II. (V.): Probleme und Tendenzen seiner Zeit“, „Herrschaftsteilungen im 16. und 17. Jahrhundert“, „Der Spanische Erbfolgekrieg“, „Feldherren und Berater Maria Theresias“, aber auch „Friedrich der Große und Österreich“.