2.5 Der Kurs schrumpft

Als unser 62. Institutskurs sich Anfang Oktober 1998 zu einer seiner ersten Lehrveranstaltungen versammelt hatte, da schauten während der akademischen Viertelstunde drei oder vier Kolleginnen des 61. Kurses (1995-1998) kurz bei uns vorbei, um uns mit ersten Einstiegsinformationen zu versorgen; auch hier ist es eine seit Jahrzehnten geübte Tradition, dass ältere Mitglieder den Neulingen Hilfestellungen leisten, um die ersten Hürden etwas zu mildern. Während sich jedoch die letzte Kurssprecherin auf neutrale Aussagen beschränkte, sprach eine andere Kollegin Warnungen aus, bezeichnete den Lehrgang unter anderem als „konservativ“ und meinte am Ende: „Überlegts eich des!

Ein paar wenige haben es sich dann auch tatsächlich gleich oder innerhalb der ersten Wochen überlegt, die übrigen sind zunächst dabeigeblieben. Bemerkenswert ist jedenfalls, dass zum Zeitpunkt der Aufnahmsprüfung der Kurs im Hinblick auf die Teilnehmerzahl bereits auf rund die Hälfte abgesunken war. Waren in einer mit Stand vom 12. Oktober 1998 veröffentlichten Liste 33 angemeldete Namen (davon sechs Stipendiaten) verzeichnet gewesen, so waren Mitte Juni 1999 noch ganze 17 Leute offiziell Teilnehmer des Lehrganges. Bereits im Verlauf des ersten Semesters war der Kurs Woche um Woche mehr abgebröckelt, und nacheinander waren auf diese Weise ausgeschieden: Marie Christiane Creutz, Martina Führer, Hans Jürgen Hager, Andreas Kammerer, Erik Lindinger, Janez Mlinar, Christian Opriessnig, Eva Maria Sedlak, Daniela Sommer, Andreas Trupp, Michael Unterguggenberger, Wolfram Ziegler; nicht zuletzt ist irgendwann auch Seniorstudent Dr. Friedrich Vogel verschwunden.

Im zweiten Semester gab dann plötzlich, von einem Tag auf den anderen, der engagierte Florian Moser auf, gefolgt von Volodymyr Bumatsenko, aus Lemberg stammend, aber sehr gut deutsch sprechend, wiederum gefolgt ungefähr zwischen April und Mai ausgerechnet vom Stipendiaten Gerhard Sarman, der anscheinend bei Prof. Dienst Mitarbeiter eines Projektes über Zaubereiprozesse gewesen war, was ihn für diese mehrmonatige Alimentierung offenbar ausreichend qualifizierte. Erst im Herbst 1999 sollte sich dann herausstellen, dass der Hauptkurs nur mit 14 Teilnehmern beginnen würde, denn Dr. Gröger und Dr. Hutterer legten auf eine Wiederholung der Aufnahmsprüfung offenbar keinen Wert und Dr. Theimer nicht einmal aufs erste Antreten. Diese 14 Restkursler sollten dann aber auch alle die Staatsprüfung erreichen; es sei hier angemerkt, dass Andrej Komac im Juli 2003 bei einem Tauchunfall ums Leben gekommen ist.

Dr. Gerald Theimer