Exkurs: Die Freie Assoziation
Wolfram hatte ja nebenbei überhaupt eine ganz besondere Methode, Sätze zu bilden – oder sie manchmal auch nicht eigentlich zu bilden, je nachdem, von welcher Seite man es betrachten will, ein Persönlichkeitsmerkmal, das der Kollege Andreas Zajic einmal in die nicht unzutreffende Formel kleidete: „Er assoziiert frei.“
Eine solche Freie Assoziation Wolframs konnte beispielsweise sein: „Da Doktor Stoy – ...“ Bei besonders gewichtigen Angelegenheiten war auch eine verstärkte Freie Assoziation möglich: „Da Doktor Stoy – ..., da Doktor Stoy – ...“ War man bis hierher gedanklich gefolgt, so wusste man, das Subjekt des Satzes war Bibliothekar Dr. Stoy; das Prädikat und eventuelle Objekte sowie weitere Teile des Satzes bis hin zu sinnvariierenden Partikeln musste sich der Zuhörer aber jeweils situationsabhängig dazudenken – wenn er es im konkreten Falle konnte.
Vielleicht Anfang oder Mitte Mai 2001, schon relativ kurz vor der abschließenden Staatsprüfung, trat ein (wie sich bald allerdings herausstellen sollte wohl zu) optimistischer Prof. Wolfram plötzlich unvermittelt mit der Nachricht an den Kurs heran, beim Wissenschaftsministerium gebe es von irgendwoher noch einen monetären Restbestand aus dem Stipendientopf; er werde daher versuchen, diesen für den Kurs an Land zu ziehen, und die bis jetzt verbliebenen Teilnehmer sollten doch ruhig schon einmal erste Überlegungen anstellen, wie das Fell des Bären im glücklichen Falle der waidgerechten Erlegung am besten zu verteilen wäre. Und wieder einmal assoziierte Wolfram völlig frei: „Da Ministerialrat Popelak – ...“