Oder sollte man das alles nicht so eng sehen?
Kunstgeschichte und Kirchenkunde – das kann man doch schon mal verwechseln, oder etwa nicht? Und immerhin, katholisch beginnt doch schließlich auch mit einem k! Anders ausgedrückt: Wir reden hier über ein Gesindel der übelsten Sorte, das gewohnheitsmäßig Prüfungen zinkt, Lügen verbreitet und sich danach wie die Ratten in seine Löcher verkriecht. Wenn wir aber einmal sowohl den Sarkasmus als auch die Kraftausdrücke beiseite lassen und die Sache rein faktisch-nüchtern betrachten, so haben wir es hier mit nichts anderem zu tun als mit einer mafiaähnlichen Organisationsform:
- Es gibt einen personellen Kern und inneren Kreis, der als Lehrkörper (teilweise auch als Verwaltungskörper) unmittelbar am IÖG als lokaler und institutioneller Einheit situiert ist und sich zum allergrößten Teil aus einer bereits generationenlange Abfolge von Professoren, teilweise deren Assistenten und wieder Professoren, teilweise auch „wissenschaftlichen Beamten“, speist.
- Über den inneren Kreis hinaus existiert ein äußerer Kreis, der in personeller Hinsicht von IÖG-Absolventen („Mitgliedern des Instituts“) aller bisherigen „Kurse“ und zeitlichen Abstufungen gebildet wird und auf diese Weise Vernetzungen mit praktisch allen Bereichen des historischen Wissenschaftsbetriebes herstellt.
- Der Eintritt in die „Mitgliedschaft“ erfolgt somit durch die Absolvierung des „Kurses“ und die damit verbundene Unterwerfung unter das System des IÖG.
- Das System des IÖG beruht auf einem Prüfungsprinzip, welches durch Anpassung der Schwierigkeitsgrade an die Kandidaten gekennzeichnet ist und gegenüber Außenstehenden entweder verschwiegen oder durch pseudoelitäre Floskeln („Jeder muss alles können!“) verschleiert wird.
- Durch die daraus resultierende exklusive Mitwisserschaft am System des IÖG sind der innere und der äußere Kreis in geheimniskrämerischer Weise miteinander verbunden.
- Durch die jahrzehntelang praktizierte Unterwerfung unter das System des IÖG und die sich dadurch ergebenden ökonomischen und statusmäßigen Folgen (zugeschanzte Prüfungsaufgaben, Stipendien, Empfehlung durch sogenannte „Staatsprüfungszeugnisse“) befindet sich der äußere Kreis der „Mitglieder“ überdies in Abhängigkeit vom inneren Kreis.
- Die „Staatsprüfungszeugnisse“ als solche richten sich entgegen ihrem Namen nicht an den Staat oder die Öffentlichkeit, sondern enthalten durch die Charakteristik der jeweiligen Prüfungsaufgabe einen für Nichteingeweihte unerkennbaren und unlesbaren Code, welcher dem eigentlichen Adressaten (zumeist ein älteres „Mitglied“) entscheidende Aufschlüsse über die tatsächlichen Fähigkeiten des neuen „Mitgliedes“ ermöglicht.
- Der äußere Kreis der „Mitglieder“ praktiziert daher, teils aus materiellem Eigeninteresse und zum reinen Selbstschutz, teils aus Schwäche der Persönlichkeit sowie zur Kompensation von Minderwertigkeitsgefühlen, gegenüber dem inneren Kreis eine bedingungslose Loyalität und Gefolgschaft bei zumeist gleichzeitiger pseudoelitärer Abgrenzung gegenüber Nicht-Mitgliedern.
- Aufgrund seines historischen Herkommens stellt sich das IÖG seinem wissenschaftlichen Wesen nach im Kern als eine Anstalt für paläographisch-diplomatische Abschreibübungen dar und ist somit nichts von dem, was es beständig zu sein vorgibt, nämlich weder eine österreichische Archivschule noch eine Stätte historiographischer Forschung – man denke nur zum Vergleich etwa an die deutsche Archivschule Marburg einerseits und an die französische Historikerschule der „Annales“ andererseits!
- Da die „Mitglieder“ des IÖG somit primär darin ausgewiesen sind, dass sie in ihren „Institutsarbeiten“ (mehr oder weniger schwer lesbare) alte Schriften abgeschrieben haben, stellt sich das IÖG seinem nicht-wissenschaftlichen Wesen nach als eine Anstalt für Leistung und Gegenleistung, Patronage und Klientel dar, die sich durch Legendenbildung und Begriffsverwirrungen ebenso zu tarnen trachtet wie durch das Verstecken hinter lateinischen Bibelphrasen und inflationär bis falsch verwendeten Fremdwörtern.
Wie heißt es so schön im § 10 (2) der Verordnung vom 15. September 2009: „… zur Sicherung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung“ – wie notwendig und wahr!